Das Wichtigste in Kürze
- Für Carport-Flachdächer kommen vor allem Bitumenbahnen und EPDM-Folie infrage, dazu Flüssigkunststoff.
- Auf Holzschalungen wird die erste Bitumenlage in der Regel mechanisch befestigt; beim Verschweißen mit offener Flamme besteht Brandgefahr.
- Bei EPDM gibt der Kleber die Mindesttemperatur vor, bei gängigen Produkten +5 Grad; der Untergrund muss trocken sein.
- Bei Dachaufbauten aus der Zeit vor 1994 vor dem Entfernen fachkundig klären lassen, ob Teer oder Asbest enthalten ist.
Carportdach abdichten
Ein Carport soll das Fahrzeug vor Regen und Nässe schützen. Diese Aufgabe kann es aber nur dann erfüllen, wenn das Carportdach auch richtig dicht ist. Dazu gibt es für Carports mit Flachdach vor allem zwei Möglichkeiten: Bitumenbahnen oder EPDM-Folien; dazu kommt Flüssigkunststoff.
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Abdichtung mit Bitumenbahnen
Der Klassiker unter den Dichtungsmitteln für Flachdächer ist nach wie vor Bitumen. Das Material wird in mehrlagigen Bahnen auf einer flächigen Verschalung verlegt und miteinander verschweißt. Auf Holzschalungen wird die erste Lage in der Regel mechanisch befestigt. An den Dachrändern werden die Bahnen fachgerecht angeschlossen und mit einem passenden Randabschluss geschützt; bei einer Attika kann eine Blechabdeckung deren oberen Abschluss schützen. Der Nachteil an Bitumenbahnen ist, dass sie regelmäßig kontrolliert und bei Schäden repariert oder sogar erneuert werden müssen. Witterung, UV-Strahlung und mechanische Beschädigungen wirken sich im Laufe der Zeit negativ auf die Abdichtungsfunktion aus.

Verlegt werden die Bitumenbahnen im Schweißverfahren. Dazu werden die Bahnen mit einem Schweißbrenner erhitzt und kleben dann auf der Lage darunter; auf brennbaren Untergründen wie Holz ist die Brandgefahr besonders zu beachten. Ebenso wird mit den Überlappungen auf der Dachfläche verfahren. Sobald das Material abgekühlt ist, ist die Bahn fest verbunden. Bei gedämmten oder anderen besonders hitzeempfindlichen Unterbauten kommt das Kaltklebeverfahren zum Einsatz.

Ist geklärt, dass keine Schadstoffe enthalten sind, kann das Material zum Entfernen entweder mühsam mit Hammer und Spachtel abgekratzt werden, eine andere Variante besteht im Einsatz von Trockeneis. Stammt der Dachaufbau aus der Zeit vor 1994, sollte das Material vorher fachkundig auf den Teergehalt sowie einen eventuellen Asbestanteil überprüft werden. Teerhaltige Lagen liegen oft unter jüngeren Bitumenbahnen; belastetes Material ist gefährlicher Abfall. Verdächtige Schichten nicht selbst abkratzen, dabei können Fasern frei werden.
| Vorteile von Bitumenbahnen | Nachteile von Bitumenbahnen |
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Abdichtung mit EPDM-Folie
EPDM-Folie ist ein moderner Abdichtungsstoff auf Kautschukbasis, der lange haltbar, dehnbar, UV- und ozonbeständig sowie ausgesprochen stabil ist. Das Material lässt sich auch als Schutzschicht gegen Durchwurzelung auf Gründächern einsetzen, wenn das gewählte System als wurzelfest nachgewiesen ist. Zur Verlegung auf dem Flachdach wird die Folie mit dem sauberen Untergrund und den seitlichen Blenden verklebt. Die Folien sind in großen Abmessungen erhältlich, so dass auf der Dachfläche selbst keine Schwachstellen in Form von Anschlussfugen entstehen. Werden mehrere Bahnen verlegt, werden die Fugen mittels Klebenahtbändern oder Vulkanisation verbunden.

Wichtig für die Verlegung ist, dass EPDM-Folie mit gängigen Flächenklebern nicht unter Temperaturen von +5 Grad verarbeitet werden kann, da sich niedrigere Temperaturen negativ auf die Haftung des Flächenklebers auswirken. Der Untergrund muss außerdem trocken und frostfrei sein.
| Vorteile von EPDM-Folie | Nachteile von EPDM-Folie |
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Materialpreise, Stand Oktober 2026 (Baumarkt, einschließlich Mehrwertsteuer, gegebenenfalls zuzüglich Versand): Eine Bitumen-Schweißbahn V60 S4 kostet bei OBI 24,99 bis 26,99 Euro je Rolle mit 5 m², also rund 5 Euro je Quadratmeter und Lage. EPDM-Folie mit 1,2 mm Stärke führt Hornbach als Meterware für 17,95 Euro je Quadratmeter, als Flachdachfolien-Set zum Beispiel im Maß 4 × 5,05 m für 545 Euro (26,98 Euro je Quadratmeter). Bei EPDM-Meterware kommt Kleber hinzu, bei Sets prüfen Sie den Lieferumfang; Randprofile und bei Bitumen die weitere Lage sind zusätzlich einzuplanen.
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Weitere Möglichkeiten der Carportabdichtung
Andere Möglichkeiten, das Carportdach abzudichten, sind Kunststoffbahnen oder Flüssigabdichtungen. Bei geneigten Carportdächern sorgt eine Dacheindeckung in Form von Trapezblechen, Dachziegeln oder anderen Materialien dafür, dass das Dach keine Feuchtigkeit durchlässt. Wichtig bei der Wahl der Dacheindeckung ist es zu prüfen, ob das Wunschmaterial auch für die vorhandene Dachneigung geeignet ist.
Flüssigkunststoff wird mit einem eingebetteten Vlies aufgetragen und passt sich Rändern, Anschlüssen und Durchdringungen ohne Nähte an. Die Hersteller verlangen einen trockenen, tragfähigen Untergrund; Mindesttemperatur und Vorbehandlung alter Bitumenbahnen hängen vom System ab. Wie Schäden an einem massiven Garagendach eingeordnet werden, zeigt der Ratgeber Garagendach abdichten.
Bitumen, EPDM oder Flüssigkunststoff im Vergleich
| Abdichtung | Verlegung | Auf alter Bitumenbahn | Stärke |
|---|---|---|---|
| Bitumenbahnen | zweilagig verschweißt oder kalt verklebt; beim Schweißen Brandgefahr | neue Lage möglich, wenn der Altbestand trocken und tragfähig ist; lose Stellen und Blasen vorher entfernen | bewährt Klassiker für Flachdächer |
| EPDM-Folie | einlagig, großflächig verklebt; Mindesttemperatur je nach Kleber, bei gängigen Produkten +5 °C | nur mit dem Kleber, den das System für diesen Untergrund vorsieht | elastisch große Bahnen, wenige Nähte |
| Flüssigkunststoff | Vlies nach Systemvorgabe einbetten; Mindestschichtdicke laut Produktnachweis | Grundierung je nach System und Altbelag; Eignung und Haftung vorher prüfen | nahtlos an Details und Durchdringungen |

Schritt für Schritt: Carportdach neu abdichten
Ob Bitumen, EPDM oder Flüssigkunststoff: Der Ablauf einer Neuabdichtung ist ähnlich. Kleine Flächen kommen für Eigenleistung nur infrage, wenn das Dach sicher begehbar ist und Absturz- sowie Durchsturzrisiken abgesichert sind; das Verschweißen von Bitumen gehört wegen der Brandgefahr in geübte Hände.
Die fünf Schritte im Überblick
Dach prüfen
Schadstellen, Schalung und Gefälle ansehen. Der Untergrund muss tragfähig und für das System geeignet sein; geplant wird nach DIN 18531-1 im Regelfall mit mindestens 2 % Gefälle.
Altbestand klären Vor dem Abriss
Bei Dachaufbauten aus der Zeit vor 1994 vor dem Entfernen fachkundig klären lassen, ob Teer oder Asbest enthalten ist. Entscheiden, ob die neue Abdichtung auf den Bestand darf oder er entfernt wird.
Untergrund vorbereiten
Fläche reinigen, lose Stellen und Blasen entfernen, trocknen lassen. Eine Grundierung nur auftragen, wenn das gewählte System sie für diesen Untergrund vorsieht.
Abdichtung aufbringen Wetter beachten
Die Abdichtung nach dem für Untergrund und Dach freigegebenen System ausführen. Bitumen nur auf geeignetem Aufbau und mit Brandschutzmaßnahmen verschweißen lassen; bei EPDM und Flüssigkunststoff Kleber, Temperaturgrenzen und Schichtdicke nach Produktvorgabe einhalten.
Ränder und Entwässerung
Randabschluss, Anschlüsse und Rinne dicht ausführen, Nähte kontrollieren und beim nächsten Regen prüfen, ob das Wasser abläuft.
Das Wichtigste in Kürze Für abgedichtete Flachdächer werden meist mindestens 2 Prozent Gefälle geplant; auch dann sind Pfützen nicht ausgeschlossen.Trapezblech… weiterlesen




