Das Wichtigste in Kürze
- Ein Solarcarport ist ein normaler Carport mit Photovoltaikanlage auf dem Dach; der Strom wird selbst verbraucht oder gegen Einspeisevergütung eingespeist.
- Ausrichtung, Verschattung und nutzbare Dachfläche beeinflussen den Ertrag; je Kilowatt Peak brauchen Sie ungefähr fünf bis sieben Quadratmeter belegbare Fläche.
- Vor dem Bau klären: Statik der Unterkonstruktion, Baurecht des Carports nach Landesrecht, Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister.
- Komplettsysteme aus Planung, Errichtung und Einbindung in die Haustechnik gibt es von mehreren Anbietern – Angebote vergleichen.
Solarcarport: Ein eigenes Kraftwerk auf dem Carportdach
Ein Carport bringt eine große Dachfläche mit sich. Diese lässt sich sinnvoll nutzen: Wer seinen Carport als Solarcarport ausführt, schafft sich sein eigenes kleines Kraftwerk, das Strom für die eigene Nutzung erzeugt.

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Wodurch wird ein Carport zum Solarcarport
Bei einem Solarcarport handelt es sich um einen normalen Carport, auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage installiert wird. Die Solarzellen erzeugen dann Strom, sobald sie von der Sonne beschienen werden. Wie bei einer Solaranlage auf dem Hausdach, kann dieser Strom dann gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Versorgungsnetz geleitet oder selbst verbraucht werden.
Da die Kosten für die Photovoltaik-Module in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken sind, wurde auch die staatliche Förderung über die Einspeisevergütung sukzessive reduziert; für neu in Betrieb genommene Anlagen sinkt der Vergütungssatz seit Februar 2024 halbjährlich um ein Prozent; den jeweils gültigen Satz veröffentlicht die Bundesnetzagentur.
Für Neuanlagen gilt seit Februar 2025 zudem: Bei negativen Börsenpreisen gibt es keine Vergütung – für Anlagen unter 100 kW grundsätzlich erst nach Ablauf des Kalenderjahres des Messsystemeinbaus, und bei Anlagen mit Einspeisevergütung ist die Einspeiseleistung am Netzanschluss auf 60 Prozent der installierten Leistung begrenzt, bis ein intelligentes Messsystem und eine Steuerungseinrichtung eingebaut sind und der Netzbetreiber die Ansteuerbarkeit erfolgreich getestet hat. Heute ist es daher sinnvoll, die Anlage so zu bemessen, dass man den selbst erzeugten Strom zur Deckung eines Teils des eigenen Bedarfs an elektrischer Energie einsetzt – ohne die Anlage allein deshalb kleiner zu planen, denn eine größere Anlage rechnet sich laut Verbraucherzentrale meist trotzdem.
Carportdach oder Hausdach für die Photovoltaik?
| Kriterium | Solarcarport | Hausdach |
|---|---|---|
| Ausrichtung und Neigung | Neubau planbar im Bestand Standort fest, Module teils aufständerbar | Vorgegeben durch das Haus |
| Dachfläche | 5–7 m² je kWp je nach belegbarer Fläche | Oft mehr nutzbare Fläche |
| Statik und Montage | beim Neubau eingeplant Konstruktion trägt die Anlage von Anfang an; Nachrüstung nur nach Statikprüfung | Dach prüfen Dachhaut, Sparren und Zugang; oft Gerüst nötig |
| Kosten | Carport plus Anlage PV-Halterung und Montage 0 %, tragende Carport-Konstruktion 19 % | Nullsteuersatz für die Anlage; eigenständige Dacharbeiten regelmäßig 19 % |
| Wallbox und Leitungsweg | Leitungsweg zum Haus prüfen | Weg zum Stellplatz prüfen |
| Baurecht | Landesbauordnung für den Carport; Module meist verfahrensfrei | in der Regel verfahrensfrei für die Module |
Damit sich die Errichtung eines Solarcarports auch wirklich auszahlt, sind einige Punkte zu beachten:
- Die richtige Ausrichtung: Die Dachfläche des Carports muss so ausgerichtet sein, dass sie gut von der Sonne beschienen werden kann.
- Der richtige Standort: Der Carport insgesamt muss an einer Stelle platziert werden, die sich für die Erzeugung von Solarstrom eignet. Dazu zählt auch, dass beispielsweise große Bäume, die das Carportdach im Tagesverlauf verschatten würden, nicht in unmittelbarer Nähe stehen sollten.
- Die richtige Größe: Das Carportdach muss eine gewisse Größe aufweisen, damit sich die Stromproduktion lohnt. Faustregel der Verbraucherzentrale: fünf bis sieben Quadratmeter belegbare Dachfläche je Kilowatt Peak – auf einem Doppelcarport mit rund 35 Quadratmetern nutzbarer Fläche sind rechnerisch etwa 5 bis 7 kWp möglich, die Tragfähigkeit ist gesondert zu prüfen.
Solarcarports im Komplettsystem
Solarcarports sind längst keine Exoten mehr, sondern wurden inzwischen als Geschäftsmodell entdeckt. Auf dem Markt gibt es verschiedene Anbieter, die Solarcarports im Komplettsystem anbieten. Dazu zählt die richtige Planung, die Errichtung und auch die Einbindung der Photovoltaikanlage in die Haustechnik.
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Solarcarports gibt es auch als Bausatz. Was Sie dabei selbst aufbauen können und was Statik, Genehmigung und Elektrofachbetrieb vorgeben, zeigt der Ratgeber Solarcarport als Bausatz oder selbst gebaut.
Was vor dem Bau zu klären ist: Module und Unterkonstruktion bringen laut ADAC rund 15 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter zusätzlich aufs Dach, bei aufgeständerten Flachdachsystemen mit Ballast deutlich mehr – die Statik ist deshalb immer für den konkreten Aufbau zu prüfen. Bei einem bestehenden Carport gehört die Statik deshalb vor die Bestellung, bei einem neuen Carport wird die Anlage gleich mit eingerechnet.
Baurecht, Anmeldung, Steuer: Der Carport selbst unterliegt dem Landesrecht (Baugenehmigung für den Carport), die Solarmodule auf der Dachfläche sind in der Regel verfahrensfrei; in mehreren Bundesländern besteht für Neubauten eine Photovoltaikpflicht; ob sie den Carport erfasst, richtet sich nach Bundesland und Vorhaben. Die Anlage wird im Marktstammdatenregister eingetragen und über den Elektrofachbetrieb beim Netzbetreiber angemeldet. Steuerlich gilt für Photovoltaikanlagen der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer (bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen vereinfacht als erfüllt) – bei einem Solarcarport für Module, Halterung und die übrigen PV-Komponenten samt Montage, nicht aber für die tragende Carport-Konstruktion, die mit 19 Prozent besteuert wird.
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