Das Wichtigste in Kürze
- Das Carportdach muss Regen sicher ableiten; für abgedichtete Flachdächer werden in der Regel mindestens 2 Prozent Gefälle geplant.
- Jede Eindeckung hat ihr Mindestgefälle: Bahnen ab 2 Prozent, Trapezblech je nach Profil ab 3 bis 5 Grad, Stegplatten ab 5 Grad, Ziegel je Modell.
- Das Gewicht entscheidet mit: Bahnen und Bleche sind leicht, Ziegel und Dachsteine je nach Modell deutlich schwerer – Tragwerk und Fundamente müssen passen.
- Undicht wird das Dach meist an Rändern, Rinnen und Wandanschlüssen; Dichtstofffugen sind Wartungsfugen, Abläufe zweimal im Jahr kontrollieren.
Das Carport-Dach: Zuverlässiger Schutz vor Witterung
Die Dachkonstruktion ist der maßgebliche Bestandteil des Carports, um die Funktion des Witterungsschutzes zu erfüllen. Dabei ist es wichtig, dass
- das Dach ausreichend abgedichtet ist
- Regenwasser zuverlässig abgeleitet wird

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Die Abdichtung des Daches hängt – wie bei einem Hausdach – von der jeweiligen Dachform ab. Die Möglichkeiten reichen von einfachen Dichtungsbahnen bei einem Flachdach oder flach geneigten Dach bis hin zu einer klassischen Ziegeleindeckung bei Steildächern. Eine weitere Möglichkeit sind selbstverständlich transparente Bedachungen. All diese Möglichkeiten verlangen unterschiedliche Unterkonstruktionen – und jede Eindeckung hat ihr eigenes Mindestgefälle und Gewicht.
Welche Dacheindeckung passt zu Ihrem Carport?
| Kriterium | Bitumen- oder EPDM-Bahn | Trapezblech / Wellplatte | Dachziegel, Dachstein | Stegplatte / Glas |
|---|---|---|---|---|
| Mindestgefälle | meist ≥ 2 %; System prüfen | Blech 3–5°; Wellplatte je nach Produkt ab 7°; Zusatzaufbau nach Verlegeanleitung prüfen | Regeldachneigung prüfen | 5–7 Grad, Stege in Gefällerichtung |
| Unterkonstruktion | geschlossene Holzschalung | Sparren mit geeigneter Lattung; bei Wellplatten Zusatzaufbau nach Verlegeanleitung | Lattung + ggf. Unterdach | Sparren mit Auflage- oder Nutprofil |
| Gewicht je m² | leicht (Schalung plus Bahn) | sehr leicht, je nach Profil | schwer; Modellwert prüfen | Stegplatte leicht, Glas schwer |
| Wartung / Haltbarkeit | Oberlage mit UV-Schutz; EPDM sehr langlebig | Schnittkanten schützen, sonst wartungsarm | sehr langlebig, Lattung prüfen | Platten vergilben je nach Qualität, Dichtungen prüfen |
| Optik / Licht | unauffällig; Schindeln häufig ab 15 Grad | technisch, viele Farben | wie das Hausdach | hell darunter, satiniert blendfrei |


Das Flachdach: geschlossenes Dach aus Holzplanken
Das Flachdach ist von der Konstruktionsweise die einfachste Variante. Die Sparren der tragenden Konstruktion werden dabei einfach mit einer geschlossenen Abdeckung versehen. Diese wird in der Regel aus Holzplanken hergestellt, die nach den Vorgaben des gewählten Schalungs- und Abdichtungssystems verlegt werden. So entsteht eine Dachschalung; zuverlässig vor Regen schützt erst die darauf abgestimmte Abdichtung. Ganz eben darf auch ein Flachdach nicht sein: Bei abgedichteten Flachdächern werden in der Regel mindestens 2 Prozent Gefälle (rund 1 Grad) geplant; unterhalb davon ist eine darauf abgestimmte Ausführung nötig, und auch bei größerem Gefälle können örtlich Pfützen entstehen.

Eine Alternative zu Holzplanken stellen Produkte wie Bitumenwellpappe oder Wellblech dar. In beiden Fällen werden zunächst horizontale Sparren auf der tragenden Konstruktion des Carports installiert, auf denen dann die Wellblechelemente oder die Platten aus Bitumen-Wellpappe an den Seiten überlappend befestigt werden. Beide brauchen ein Gefälle: Trapez- und Wellbleche je nach Profil und Hersteller mindestens 3 bis 5 Grad (Regeldachneigung 7 Grad), Bitumen- und Kunststoff-Wellplatten mindestens 7 Grad, regulär 10 Grad.
Bei einer Dachfläche aus Holzplanken muss diese dann noch mit einer entsprechenden Abdichtung versehen werden. Gängige Dichtungsmaterialien sind hierbei:
- Dachbahnen aus Bitumen
- Dachbahnen aus Kunststoff
- EPDM-Folie


Bei einer Unterkonstruktion aus Holz richten sich Befestigung und Windsogsicherung der Dachbahnen nach dem gewählten Abdichtungssystem; eine vollflächige Verklebung ist nur eine mögliche Ausführung. Bei Bitumenbahnen ist es gängig, mehrere Schichten übereinander zu verlegen, um so eine optimale Abdichtung zu erzielen. EPDM-Bahnen werden dagegen einlagig verlegt; eine SKZ-Studie schätzt die Gebrauchsdauer sachgerecht gefertigter EPDM-Dachbahnen unter mitteleuropäischen Bedingungen auf deutlich über 50 Jahre. Verarbeitungstemperatur und Befestigung richten sich nach dem gewählten Produkt.
Zu beachten ist, dass der Dachaufbau auf das Quellen und Schwinden des Holzes sowie auf temperaturbedingte Bewegungen abgestimmt sein muss. Holz quillt und schwindet vor allem bei Änderungen seiner Feuchte; Dachbahnen und andere Bauteile bewegen sich auch bei Temperaturwechseln. Diese Schwankungen treten beim Wechsel von sommerlicher Hitze zu Frost im Winter auf. Allerdings können auch die Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages zu einer Belastung des Materials werden. An Sommertagen sind diese Schwankungen beim Wechsel von Nacht zu Tag besonders groß. Vor allem dann, wenn der Carport direkt von der Sonne beschienen wird. Für die Haltbarkeit einer Bitumenabdichtung sind ein zum Dach passender Systemaufbau, eine geeignete Oberlage und fachgerecht ausgeführte Anschlüsse entscheidend.
Wer eine besondere Optik erzielen möchte, kann anstatt durchgängiger Bitumenbahnen auch Bitumenschindeln wählen. Diese ergeben übereinandergelegt den Eindruck eines gedeckten Daches – allerdings häufig erst ab 15 Grad Dachneigung – einzelne abgestimmte Systeme laut Verlegeanleitung ab 9,5 Grad – auf einer geschlossenen Holzschalung, nicht auf dem Flachdach. Bei Kunststoffabdichtungen ist hingegen eine größere Farbauswahl möglich.
Dachränder und Anschlüsse: Undicht wird ein Carportdach selten in der Fläche, sondern an Rändern, Rinnen und Wandanschlüssen. Bei einem flach geneigten, an eine Wand anschließenden Abdichtungsdach sind in der Regel 15 Zentimeter Anschlusshöhe einzuplanen; die obere Sicherung richtet sich nach dem gewählten System; Dichtstofffugen gelten als Wartungsfugen und müssen regelmäßig erneuert werden. Rinne und Ablauf gehören zweimal im Jahr kontrolliert, vor allem im Herbst – wie das im Bestand geht, zeigt der Beitrag Carportdach abdichten.

Das Steildach: Dachstuhl erforderlich
Das Steildach entspricht bei einem Carport einer einfachen Variante der Dachkonstruktion eines Hauses. Somit muss auch hier ein Dachstuhl konstruiert werden. In der Regel kommt dabei die einfache Variante des Sparrendachs zum Einsatz. Über die gesamte Breite des Carports werden in regelmäßigen Abständen Sparren installiert. Dabei muss auch ein möglicher Dachüberstand durch ausreichend lange Sparren mit eingeplant werden.

Bei einem Satteldach bilden schräg zum First verlaufende Sparren beziehungsweise vorgefertigte Dachbinder die tragende Dachform. Wie sie auf den Carportstützen und Trägern aufliegen, richtet sich nach der Statik des konkreten Bausatzes oder der Planung. Konterlatten und quer dazu die Dachlatten verbinden die einzelnen Sparrensegmente und bilden die Grundlage, um die Dacheindeckung zu tragen.
Kurz gefragt
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Als Materialien für die Dacheindeckung sind alle Varianten der Eindeckung eines Hausdachs möglich:
- Dachsteine aus Beton
- Dachziegel aus Ton
- Dachschindeln aus Ton oder Holz
Die Produkte aus Ton bieten durch Glasuren eine sehr große Farbauswahl. Außerdem können sie in matter oder glänzender Variante gewählt werden. Hier bietet sich die Möglichkeit, dieselbe Eindeckung zu wählen, die auch auf dem Hausdach verbaut ist, und so ein sehr harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Wie regensicher die Deckung ist und ob zusätzlich eine Unterdeckung oder ein Unterdach nötig wird, hängt vom gewählten Modell, der Dachneigung und der Beanspruchung ab. Dafür brauchen sie eine modellabhängige Regeldachneigung – häufig um 22 Grad, bei speziell abgestimmten Dachsystemen auch deutlich weniger – und einzelne Ziegel- und Dachsteinmodelle wiegen rund 40 bis 47 Kilogramm je Quadratmeter und damit deutlich mehr als viele Trapezbleche, was die Statik des Carports einplanen muss.
Transparente Bedachung: Abdeckung der Sparren
Die transparente Bedachung verlangt einen sehr offenen Aufbau, sodass das Tageslicht die Bedachung auch nach Fertigstellung durchscheinen kann. Bei transparenten Bedachungen werden zunächst ebenfalls horizontale Sparren in regelmäßigen Abständen auf der tragenden Konstruktion befestigt. Beim Installieren der transparenten Bedachungsmaterialien gibt es zwei Varianten:
- die Platzierung der Bedachungsmaterialien auf den Sparren
- die Platzierung der Bedachungsmaterialien zwischen den Sparren
Bei Holzkonstruktionen werden die transparenten Bedachungen in der Regel immer auf den Sparren installiert. Hierbei unterscheidet sich die Befestigung von geformten und flachen transparenten Materialien. Bei gewellten Elementen aus Kunststoff werden diese wie Elemente aus Wellblech oder Bitumen-Wellpappe an den Seiten überlappend installiert. So entsteht an den Seiten eine Dichtfläche.

Flache transparente Materialien wie flache Kunststoffscheiben, Stegplatten aus Kunststoff oder Glas werden so verlegt, dass die Kanten der einzelnen Elemente in der Mitte der Sparren aufeinandertreffen. Stegplatten brauchen je nach Hersteller mindestens 5 bis 7 Grad Gefälle, die Stege laufen in Gefällerichtung; Glas kommt über Kopf nur als Verbund-Sicherheitsglas (VSG) infrage. Die Plattenstöße werden mit den zum jeweiligen Dachsystem gehörenden Klemm- und Dichtprofilen ausgeführt; dabei sind die vorgegebenen Dehnabstände einzuhalten.

Bei tragenden Konstruktionen aus anderen Materialien wie Aluminium können die Sparren auch mit einer Nut versehen sein. Auf diese Weise entsteht ein Rahmen, in die sich das Bedachungsmaterial wie Glasscheiben einlegen lassen. Dichtungen, Halterung und Wasserführung müssen Teil eines abgestimmten Verglasungssystems sein; bei Glas über Kopf muss auch die erforderliche Resttragfähigkeit berücksichtigt werden.
Vor der Materialbestellung: Dach und Wasserablauf in vier Schritten prüfen
Tragfähigkeit klären Statik
Für die gewünschte Eindeckung prüfen lassen, ob Tragwerk und Fundamente Eigengewicht plus Schnee- und Windlast des Standorts aufnehmen; bei Bausätzen gilt die Typenstatik des Herstellers.
Gefälle und Dachsystem abgleichen
Das geplante Gefälle mit den Vorgaben für das konkrete Dachsystem abgleichen – Richtwerte: Bahnen ab rund 2 Prozent, Bleche je nach Profil ab 3 bis 5 Grad, Stegplatten je nach Produkt ab 5 bis 7 Grad, Ziegel je Modell nach Regeldachneigung; Querstöße und Durchdringungen erhöhen die Anforderung, maßgeblich ist die Verlegeanleitung.
Wasserweg festlegen
Vom Dach über Rinne und Ablauf bis zur Versickerung oder Einleitung planen; dafür die örtliche Entwässerungssatzung und gegebenenfalls wasserrechtliche Anforderungen prüfen.
Anschlüsse und Ränder planen Dichtheit
Wandanschluss, Durchdringungen und Dachränder nach dem gewählten Dachsystem ausführen – bei Abdichtungsdächern in der Regel 15 Zentimeter Anschlusshöhe; bei freistehenden Carports den Abschluss und die Regenrinne einplanen.
Das Wichtigste in Kürze Für abgedichtete Flachdächer werden meist mindestens 2 Prozent Gefälle geplant; auch dann sind Pfützen nicht ausgeschlossen.Trapezblech… weiterlesen




