Das Wichtigste in Kürze
- Prüfen Sie den Carport einmal im Jahr und nach Sturm oder starkem Schneefall.
- Schraubverbindungen nach Herstellerangabe prüfen und bei Bedarf nachziehen, meist erstmals einige Wochen nach der Montage.
- Holz braucht je nach Produkt und Wetterseite einen neuen Anstrich; maßgeblich sind die Herstellerangaben.
- Beschädigte Feuerverzinkung mit geeignetem Ausbesserungsstoff behandeln; Zinkspray ist dafür meist ungeeignet.
- Pfostenfüße von Erde und Laub freihalten; bei geringem Bodenabstand Spritzwasserschutz und Anschluss fachlich prüfen lassen.
Tragende Konstruktion, Abdichtung, Bedachung – die Wartung des Carports
Bei der Wartung eines Carports gibt es Jahr für Jahr einige Aufgaben, die Sie abarbeiten sollten. Dabei variiert der Wartungsaufwand je nach Material. Während Oberflächen aus Aluminium und Stahl meist mit Reinigung und Sichtprüfung auskommen, sollten Sie bei jedem Carport auch Dach, Verbindungen und Pfostenfüße prüfen. Ein Holzcarport braucht je nach Oberflächenbehandlung zusätzlich Pflege.

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Wartung des Konstruktionsmaterials

Der erste Schritt bei der Wartung des Konstruktionsmaterials ist die Sichtprüfung. Fallen dabei schadhafte Stellen wie Risse oder Kratzer auf, werden diese im zweiten Schritt ausgebessert. Die entsprechenden Maßnahmen unterscheiden sich je nach Konstruktionsmaterial:
- Konstruktion aus Aluminium: Da Aluminium nicht rostet, sind Kratzer in der Lackierung vor allem ein optisches Problem. Die gereinigte Fläche lässt sich mit einem Lackstift in derselben Farbe des Lacks der gesamten Konstruktion ausbessern. Zeigen sich Korrosion oder abblätternde Beschichtung, gelten die Reparaturhinweise des Herstellers.
- Konstruktionen aus Stahl: Sofern der Carport nicht aus Edelstahl, sondern aus lackiertem Stahl besteht, können Kratzer zu Korrosionsschäden führen. Wie schnell Rost fortschreitet, hängt von Beschichtung und Umgebung ab; beheben Sie Schäden deshalb in einem möglichst frühen Stadium. Entfernen Sie den Rost und reinigen Sie die Stelle. Tragen Sie anschließend ein für lackierten Stahl geeignetes Korrosionsschutzsystem nach Herstellerangaben auf – je nach Produkt mit Grundierung und Decklack. Bei feuerverzinktem Stahl stellt eine Zinkstaubfarbe den Korrosionsschutz wieder her; das Institut Feuerverzinken nennt dafür mindestens 100 µm Schichtdicke, die Zinkspray aus der Dose nicht erreicht. Bei lackiertem Stahl richtet sich ein Neuanstrich nach dem Zustand der Beschichtung und den Herstellerangaben. Unbeschädigt feuerverzinkter Stahl braucht keinen regelmäßigen Lackanstrich; für eine Farbänderung ist ein geeignetes Beschichtungssystem erforderlich.
- Konstruktionen aus Holz: Holz verursacht meist den größten Wartungsaufwand. Zwar sollte der Carport so konstruiert sein, dass er die Konstruktion vor Feuchtigkeit schützt, dennoch verlangt das Holz je nach Produkt und Wetterseite regelmäßig eine neue Lasur oder einen neuen Anstrich; maßgeblich sind die Herstellerangaben. Bei lackierten Holzkonstruktionen sollten Sie besonders auf Risse im Anstrich achten. Denn durch sie kann Feuchtigkeit in das Material eindringen. Da Holz ein natürliches Material ist, kann es bei anhaltender Feuchtigkeit faulen. Schäden in der Lackierung eines Bauteils aus Holz sollten Sie deshalb möglichst direkt ausbessern.
Neben dem Material gehören die Verbindungen zur Wartung: Brüning sieht in seiner Montageanleitung vor, alle Schraubverbindungen etwa vier Wochen nach der Montage und danach regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf nachzuziehen. Scheerer nennt diese Frist für Schloss- und Maschinenschrauben und danach etwa einmal im Jahr; maßgeblich ist die Montageanleitung Ihres Carports. Weil Holz mit der Feuchte arbeitet, sind Trocknungsrisse im Holz laut Brüning dagegen kein Mangel.
Befund am Carport: Was ist zu tun?
Nicht jeder Riss ist ein Schaden – entscheidend ist, welches Bauteil betroffen ist.
WennFeine Trocknungsrisse ohne Feuchte oder Verformung
Dann Beobachten
Holz arbeitet mit der Feuchte; solche Trocknungsrisse sind laut Carport-Herstellern kein Mangel.
WennAnstrich schadhaft, Holz darunter fest und trocken
Dann Nachstreichen
Fläche reinigen, anschleifen, fleckig abgewitterte Lasur entfernen und nach Herstellerangabe neu streichen.
WennRost an einem Kratzer im verzinkten Stahl
Dann Zeitnah ausbessern
Rost entfernen und die Stelle mit einem geeigneten Ausbesserungsstoff wie Zinkstaubfarbe in ausreichender Schichtdicke behandeln; Zinkspray ist dafür meist ungeeignet.
WennHolz am Pfostenfuß weich oder dauerhaft feucht
Dann Fachleute prüfen lassen
Fäulnis kann die Tragfähigkeit mindern; lassen Sie die Stütze von einem Zimmerer oder Tragwerksplaner prüfen.
Faustregel: Oberflächen pflegen Sie selbst, Schäden an tragenden Teilen gehören in Fachhand.

Die Bedachung – Dichtheit gewährleisten
Beim Carport schützt die Bedachung die darunterliegende Konstruktion vor Feuchtigkeit. Sie muss daher intakt sein, um dem Bauwerk insgesamt eine lange Lebensdauer zu verleihen. Zeigen sich in einer Bitumenabdichtung Risse, fehlen bei einem Steildach Ziegel oder ist eine Folienabdichtung sichtbar beschädigt oder undicht, besteht Handlungsbedarf. Entdeckt werden solche Schäden durch eine umfassende und genaue Sichtprüfung. Fällt ein Schaden auf, sollte er unverzüglich ausgebessert werden, um ein Eindringen von Wasser in die tragende Konstruktion zu vermeiden.
Nach einem Sturm oder starkem Schneefall lohnt ein zusätzlicher Blick auf Dach, Rinne und Verbindungen. Für welche Schneelast Ihr Carport ausgelegt ist, steht in der Typenstatik oder den Unterlagen des Herstellers. Stegplatten aus Kunststoff sollten Sie dabei nicht betreten.


Kurz gefragt
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Die Abdichtung – keine Chance für aufsteigende Feuchtigkeit

Bereits der Blick auf die Bedachung stellt eine Prüfung der Abdichtung des Carports dar. Gerade bei Holzkonstruktionen ist allerdings auch der Blick auf den Bodenbereich wichtig. Hier muss die Konstruktion verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Boden in die tragenden Pfeiler aufsteigt. Dazu stehen die Pfeiler meist auf Pfostenträgern aus Metall, etwa H-Ankern oder Hülsen. Teilweise wird auch eine Abdichtung aus Bitumen eingebaut. Prüfen Sie, ob am Pfostenfuß Wasser stehen bleibt, das Holz feucht oder weich wird oder sich der Anschluss lockert.
Achten Sie außerdem auf den Abstand zum Boden: Für frei bewitterte Holzstützen nennt der Informationsdienst Holz als Richtwerte 30 cm Abstand zu befestigtem Boden oder 15 cm über einer geeignet ausgeführten Kiesschüttung. Ob Ihr vorhandener Pfostenanschluss so ausgeführt werden kann, hängt auch von seiner Statik ab. Wachsen Erde, Laub oder Pflanzen an den Pfostenfuß heran, bleibt das Holz dort feucht. Welche baulichen Maßnahmen das Holz schützen, zeigt der Ratgeber Holzschutz im Außenbereich.
Jährlicher Rundgang am Carport
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