Das Wichtigste in Kürze
- Für abgedichtete Flachdächer werden meist mindestens 2 Prozent Gefälle geplant; auch dann sind Pfützen nicht ausgeschlossen.
- Trapezblech passt je nach Profil ab etwa 3 bis 5 Grad; bei Dachziegeln bestimmen Modell und Unterdach die mögliche Neigung.
- Dachziegel sind meist deutlich schwerer als Trapezblech; für die Statik zählt das Gewicht der konkret gewählten Eindeckung.
- Ob ein Carport verfahrensfrei ist, hängt vom Bundesland und weiteren Vorgaben ab; 3 m mittlere Wandhöhe sind kein bundesweiter Grenzwert.
Dachneigung und Dacheindeckung beim Carport
Vom Flachdach bis zum Satteldach – für Carports ist fast jede Dachneigung denkbar. Ausschlaggebend für die Wahl sind Optik, Nutzung und Dacheindeckung. Auf jeden Fall wichtig ist es, das Dach so zu gestalten, dass der Carport seine Hauptfunktion erfüllt, nämlich das Fahrzeug vor Regen, Hagel und Schnee oder auch übermäßiger Sonneneinstrahlung zu schützen.
Auf alle Fälle wichtig: Ein Entwässerungssystem
Ob Flach- oder Steildach: Jeder Carport braucht eine funktionierende Entwässerung. Wie diese gestaltet wird, hängt vorwiegend von der Dachneigung ab. So werden Flachdächer häufig über einen innenliegenden Abfluss entwässert. Dieser ist an ein Fallrohr angeschlossen, das das Wasser in die Kanalisation oder eine Regengrube ableitet. Dächer mit größerer Dachneigung lassen sich über eine Regenrinne, die an der oder den Traufseiten angebracht ist, entwässern. Auch hier erfolgt die Ableitung über ein Fallrohr. Das aufgefangene Wasser kann zur Gartenbewässerung oder bei entsprechender Installation als Brauchwasser genutzt werden. Wohin Dachwasser eingeleitet werden darf, regelt die Entwässerungssatzung der Gemeinde; München etwa lässt Niederschlagswasser nicht in den städtischen Kanal.

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Geneigt sein müssen allerdings nicht nur die Dachflächen. Auch die Stellfläche selbst sollte eine Neigung besitzen, damit Regen- oder Kondenswasser vom Fahrzeug oder im Winter bei der Schneeschmelze sauber abfließen kann und sich unter dem Carport keine Pfützen bilden.

Carport mit Flachdach
Das Flachdach gehört zu den klassischen Dachformen für Carports. Für Flachdächer werden meist mindestens 2 Prozent Gefälle (rund 1 Grad) geplant; bei geringerem Gefälle muss die Abdichtung dafür geeignet sein. Als Eindeckung eignen sich:
- Für eine Bitumenabdichtung kommen geeignete Dachbahnen infrage; einfache Dachpappe ist nicht ohne Weiteres eine gleichwertig dauerhafte Dachabdichtung. Die Bahnen werden auf einer flächigen Unterkonstruktion aus Holz oder OSB-Platten verlegt, die Ränder werden mit einer Attika aus Metall abgedeckt und abgedichtet. Durch eine Holzverschalung auf der Unterseite entsteht im Carport eine ansprechende Optik.
- EPDM-Folie besteht aus Kautschuk und ist speziell für Carports oder Garagendächer geeignet. Die Folie wird auf einer Holzverschalung aufgeklebt, abgedichtet und an den Carporträndern mit einer Attika abgedeckt und fixiert. Wie bei der Bitumenbahn ist die Folie durch eine Unterverschalung aus Holz nicht sichtbar. EPDM-Folie kann in einem Stück bestellt werden, dadurch entstehen auf der Dachfläche selbst keine Fugen. Die Folie ist auch unter Gründächern als Abdichtung geeignet.

- Begrünte Carportdächer werden meist extensiv bepflanzt. Auf einer entsprechenden Unterkonstruktion mit Abdichtung wird das Substrat aufgebracht, in dem die Pflanzen wachsen. Wichtig bei dieser Variante des Daches: Die Carportkonstruktion muss für die zusätzlichen Lasten konstruiert sein.
Soll das Carportdach als Balkon oder Dachterrasse genutzt werden, müssen Tragwerk, Absturzsicherung und die baurechtliche Zulässigkeit eigens geplant und geprüft werden. Auch hier darf das Gefälle, Abdichtung und Entwässerung nicht vergessen werden. Die Dachkonstruktion liegt in diesem Fall unter dem Terrassenbelag.
Was ist für Ihren Carport zusätzlich geplant?
Die spätere Nutzung entscheidet mit, welches Dach passt.
WennDas Dach soll nur das Auto schützen
Dann Eindeckung nach Neigung wählen
Neigung, Eindeckung und Entwässerung zusammen planen; die Tabelle unten zeigt die Mindestneigungen.
WennSpäter sollen Solarmodule aufs Dach
Dann Lasten vorher einplanen
Zusätzliche PV-Lasten und gegebenenfalls nötige Ballastierung hängen vom Montagesystem ab. Befestigung und Statik vor der Eindeckung klären.
WennEine Begrünung ist geplant
Dann Statik und Abdichtung auslegen
Die Zusatzlast hängt vom gewählten Begrünungssystem ab; für die Statik sind dessen wassergesättigtes Gewicht und die geeignete Abdichtung zu prüfen.
WennDer Carport schließt ans Haus an
Dann Wandanschluss planen
Das Dach vom Haus weg entwässern und den Anschluss an die Wand mit Blech oder Profil ausführen, nicht nur mit Dichtmasse.

Carport mit Pultdach oder Satteldach
Pultdächer sind einseitig geneigte Dächer, die auch für Carports geeignet sind und eine moderne, ansprechende Optik bieten, Satteldächer sind nach beiden Seiten hingeneigt. Zusätzlich entsteht bei größeren Neigungen Platz unter dem Dach, der bei Bedarf als Lager- und Stauraum genutzt werden kann. Die passende Dachneigung hängt bei Pult- und Satteldächern von der Eindeckung, der Entwässerung und den baurechtlichen Vorgaben ab. Für die Wahl des Dachmaterials sind dessen konkrete Verlegeanforderungen maßgeblich:
- Trapezbleche sind vergleichsweise leicht; Querschnitt und Abstand der tragenden Unterkonstruktion richten sich jedoch nach Profil, Auflagerabstand sowie Schnee- und Windlast. Durch die eingearbeiteten Sicken fließt das Regenwasser gut zur Regenrinne auf der Traufseite ab. Die Bleche sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und eignen sich je nach Profil für Dachneigungen ab etwa 3 bis 5 Grad; mit Querstößen verlangen Hersteller 5 bis 7 Grad und Dichtband. Ein Antikondensvlies kann Tropfwasser mindern, muss aber durch ausreichende Belüftung wieder abtrocknen.
- Ziegel haben je nach Modell unterschiedliche Regeldachneigungen; bei einzelnen Modellen sind etwa 16 Grad mit geeigneter Unterdeckung möglich, bei geringerer Neigung können weitergehende Unterdach-Maßnahmen nötig sein. Ist die Dachneigung zu gering, wird das Dach undicht und es regnet in das Carport hinein. Für diese Form der Dacheindeckung ist eine entsprechende Unterkonstruktion aus Sparren und Dachlatten erforderlich. Die Entwässerung erfolgt über eine Regenrinne. Je nach gewähltem Produkt ist eine Ziegeleindeckung deutlich schwerer als Trapezblech; die Konstruktion muss dieses Gewicht zusätzlich zur Schneelast tragen.
- Auch Pult- und Satteldächer können mit Bitumenbahnen oder EPDM-Folien eingedeckt werden. Hier gelten ähnliche Regeln wie beim Flachdach.
Eindeckungen und ihre Mindestneigung
| Eindeckung | Neigung laut Hersteller bzw. Regelwerk | Worauf achten |
|---|---|---|
| Bitumen, EPDM (Flachdach) | üblicherweise ab 2 % (rund 1°); darunter nur mit geeigneter Abdichtung | geschlossene Schalung, Ränder und Anschlüsse dicht ausführen |
| Trapezblech | 3–5° ohne Querstoß, 5–7° mit Querstoß | Antikondensvlies braucht Belüftung zum Abtrocknen; Bohrspäne sofort entfernen |
| Stegplatten (Polycarbonat) | mind. 5–7°, je nach Hersteller | Stege in Gefällerichtung verlegen, Plattenenden verschließen |
| Bitumen-Wellplatten | Regel ab 10°, ab 7° mit Zusatzmaßnahmen | bei flacher Neigung Vollschalung (Onduline) |
| Dachziegel | modellabhängig, teils ab 16° mit Unterdeckung; flacher nur nach Herstellerangaben | deutlich schwerer als Blech: Tragwerk entsprechend auslegen |
| Glas | Neigung für Selbstreinigung einplanen | nur Verbundsicherheitsglas (VSG) nach DIN 18008 |

Andere Dachformen
Grundsätzlich können Carports in allen Dachformen überdacht werden, also auch mit Walmdach oder Tonnendach. Die geeignete Dacheindeckung richtet sich auch dann nach dem persönlichen Geschmack und der gewünschten Dachneigung. Zu beachten ist: Je aufwändiger die Dachform, umso aufwändiger ist auch die Carportkonstruktion. Auch hinsichtlich der Kosten besteht ein großer Unterschied zwischen einem einfachen Carport mit Flachdach und einer Konstruktion mit Steildach.
Sonderform: Carportdach aus Glas
Wird Glas als Dacheindeckung für einen Carport gewählt, bringt dies besondere Herausforderungen mit sich. So muss für Überkopfverglasungen Verbundsicherheitsglas (VSG) verwendet werden, Einscheibensicherheitsglas allein ist nicht zulässig; eine entsprechend stabile Konstruktion ist ebenso erforderlich wie eine geeignete Neigung für den Wasserablauf; eine selbstreinigende Wirkung setzt entsprechend beschichtetes Glas voraus. Optisch wirken diese Carports sehr modern, leicht und hell, allerdings hat das gläserne Dach auch Nachteile: Je nach Glasaufbau kann viel Sonnenwärme hindurchgelangen und das Fahrzeug aufheizen; geeignetes Verbundglas hält zugleich einen Großteil der UV-Strahlung zurück. Aufgrund der erforderlichen stabilen Konstruktion und des hohen Materialpreises sind Glasdächer deutlich teurer als andere Dachmaterialien.

Das Wichtigste in Kürze Abgedichtete Flachdächer werden in der Regel mit mindestens 2 Prozent Gefälle geplant; Schnee rutscht dort gewöhnlich… weiterlesen
Dachform und Baugenehmigung
In vielen Fällen dürfen Carports genehmigungsfrei errichtet werden, die jeweiligen Vorschriften sind in den Landesbauordnungen zu finden. Meist gibt es hinsichtlich der Grundfläche, aber auch in Bezug auf die Höhe Grenzen. Die Voraussetzungen für die Verfahrensfreiheit unterscheiden sich nach Bundesland: Nordrhein-Westfalen nennt unter anderem 3 m mittlere Wandhöhe; Hessens einschlägige Garagenregel nennt keine pauschale Höhengrenze, steht aber unter einem Kenntnisgabe-Vorbehalt. An der Grundstücksgrenze begrenzen einige Länder zudem die Dachneigung, etwa auf 45 Grad. Dies ist bei der Auswahl der Dachneigung mit zu beachten. Bei einem Satteldach sind Wandhöhe, Dachneigung und gegebenenfalls Vorgaben des Bebauungsplans besonders zu prüfen; ob ein Bauantrag nötig ist, richtet sich nach dem konkreten Vorhaben und Bundesland.
Das Wichtigste in Kürze Je nach Land sind Carports bis zu einer Grund- oder Brutto-Grundfläche von 36 bis 60 m²… weiterlesen




