Carport Statik

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Carport Statik: Wofür eine Statik bei einem Carport benötigt wird und wie sie erstellt werden kann

Traglast, Tragwerk, Windlast, Schneelast, Eigengewicht, Dreieck vor Rechteck – all diese Begrifflichkeiten sind wichtig, wenn es um die Statik eines Carports geht. Knapp formuliert geht es bei dem Thema Carport Statik darum, ob ein Carport stabil genug ist, um den normalen Belastungen standzuhalten. Die Berechnung einer solchen Statik ist reichlich komplex und hängt von mehren unterschiedlichen Faktoren ab. Und natürlich entstehen durch die Erstellung einer Carport Statik durch eine Fachstelle immer auch Kosten. Daher stellt sich die Frage: Ist eine Carport Statik überhaupt erforderlich oder kann darauf verzichtet werden? Diese Frage lässt sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten, sondern bedarf einer etwas differenzierteren Betrachtung.

Carport aus Holz © Hermann, stock.adobe.com
Carport aus Holz: Die Statik muss stimmen © Hermann, stock.adobe.com

Hintergrund: Was genau ist ein Carport und welche unterschiedliche Arten gibt es?

Grundsätzlich gilt: Bei einem Carport handelt es sich um ein einfaches Bauwerk, das aus einer tragenden Konstruktion, den Pfosten, und einem Dach besteht. Der Carport dient dem Zweck, ein Auto oder andere Fahrzeuge unterzustellen. So ist das Auto vor den Einflüssen von Wind, Regen, Schnee und Sonne geschützt. Allerdings gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen Carport zu variieren und zu erweitern.

Ob für einen Carport jedoch eine Carport Statik erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Dabei geht es sowohl um die Art der Konstruktion, die Größe, das Material sowie die Dachform und weitere Ausstattungsmerkmale. Daher ist es wichtig, zunächst einen kurzen Überblick über die Merkmale eines Carports sowie die unterschiedlichen Carport-Arten zu erhalten:

  • Fertig-Carport/Frei geplanter Carport: Ein Carport kann entweder „von der Stange“, etwa aus dem Baumarkt, gekauft werden. Für diese Carport-Varianten liegt bereits eine Statik vor. Anders sieht dies bei frei geplanten Carports aus. Die Planung kann der Bauherr selbst übernehmen oder an einen Fachbetrieb wie einen Architekten oder Tischler vergeben.
  • Freistehender Carport: Ein solcher Carport befindet sich irgendwo auf dem Grundstück und hat keine Verbindung zum Wohnhaus oder einer Garage.
  • Angebauter Carport/Anlehn-Carport: Ein Carport kann auch direkt an eine Haus- oder Garagenwand angebaut werden. Dann ruht die eine Seite des Daches meist auf einem Balken, der fest mit der Wand des Gebäudes verschraubt ist.
  • Einzel-/Mehrfach-Carport: Es gibt Carports für ein oder mehrere Autos. Auch Carports für größere Fahrzeuge, etwa Caravane oder Reisemobile sind möglich.
  • Anbauten: Carports können mit angebauten Gerätschuppen konstruiert werden. Hier können dann in einem offenen oder aber auch abschließbaren Raum Gartengeräte oder Fahrräder untergestellt werden.
  • Dachform: Die klassische Dachform des Carports ist das Flachdach, weil es sich dabei um die günstigste Variante handelt. Doch auch andere Dachformen wie Pultdach, Satteldach und Tonnendach sind möglich.
  • Materialien: Der klassische Carport ist aus Holz gefertigt. Doch immer häufiger gibt es auch Varianten aus Metall, etwa aus Stahl oder Aluminium. Auch bei den Dächern können Bauherren zwischen unterschiedliche Materialien wählen: Diese reichen von Holz mit Dachpappe über Dachziegel bis zum Glasdach.
Das Dach bestimmt den Charakter des Carports
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Baurecht: Ist aus rechtlicher Sicht eine Carport Statik erforderlich?

Ob eine Carport Statik aus rechtlicher Sicht erforderlich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn beim Baurecht, und in diesen Bereich fällt diese Frage, handelt es sich in weiten Teilen um Landesrecht. Das bedeutet, dass es keine bundeseinheitliche Regelung dazu gibt, wann für den Bau eines Carports eine Statik erforderlich ist. Dies hängt nämlich davon ab, ob für die Errichtung eines Carports eine Baugenehmigung oder eine Bauanzeige gefordert wird oder ob es sich um ein genehmigungsfreies Bauprojekt handelt. Grundlage dafür, welche rechtlichen Voraussetzungen an den Bau eines Carports geknüpft sind, sind die jeweiligen Landesbauordnungen.

Das Baurecht ist ein sicheres Fundament für Ihren Carport
Das Baurecht ist ein sicheres Fundament für Ihren Carport

Ist für die Errichtung eines Carports ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gemäß der entsprechenden Landesbauordnung erforderlich, so müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

  • Ausgefülltes Formular des Bauamtes (Bauantrag, Bauanzeige)
  • Flurkarte, auf der die Lage des Carports eingezeichnet ist
  • Bauzeichnung des Carports inklusive statischer Berechnung
Muss der Carport genehmigt werden: Am besten Sie fragen nach
Muss der Carport genehmigt werden: Am besten Sie fragen nach

Pro und Contra: Welche Aspekte sind bei der Entscheidung, ob eine Carport Statik erforderlich ist, noch wichtig?

Doch auch, wenn aus baurechtlicher Sicht nicht die Notwendigkeit für die Anfertigung einer Carport Statik besteht, so gibt es doch gute Gründe dafür, eine statische Berechnung des Carports durchführen zu lassen:

  • Langlebigkeit des Carports: Nur ein statisch sicherer Carport bleibt lange Jahre stabil und einsatzfähig und übersteht auch ein Unwetter unbeschadet.
  • Finanzielle Schäden vermeiden: Stürzt ein Carport bei einem Unwetter ein, bedeutet dies einen finanziellen Schaden sowohl an dem Carport selbst als auch an darunter geparkten Fahrzeugen.
  • Unfällen vorbeugen: Wenn ein Carport nicht sicher ist, so kann dieser bei einem Einsturz auch Menschen – unter Umständen schwer – verletzten.
  • Versicherungsrecht: Stürzt ein genehmigungsfreier Carport ein, für den keine Statik erstellt wurde, so ist es äußerst fraglich, ob eine Versicherung für den Schaden aufkommt.

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Fachbegriffe: Was bedeuten die Begrifflichkeiten Statik, Traglast, Tragwerk, Windlast und Schneelast?

Im Rahmen der statischen Berechnung wird ermittelt, ob die Konstruktion eines Carports stabil genug ist, um den zu erwartenden Belastungen stand zu halten. In die Berechnung der Carport Statik werden daher vor allem auch folgende Faktoren einbezogen:

  • Standort/Aufstellungsort des Carports
  • Zu erwartende Windlast in der jeweiligen Region
  • Zu erwartende Schneelast in der jeweiligen Region
  • Größe des Carports
  • Material, aus dem der Carport gefertigt ist
  • Zusatzbelastungen für die Konstruktion wie Begrünung des Daches oder Solaranlage auf dem Dach
Frei geplanter Carport: Statik und Konstruktion gehören zusammen
Frei geplanter Carport: Statik und Konstruktion gehören zusammen

Und diese Fachbegriffe sind rund um das Thema Carport Statik wichtig:

  • Statik/Baustatik: Mit Hilfe der Statik lässt sich ermitteln, ob die jeweilige Konstruktionsweise so gewählt ist, dass ein Gebäude den zu erwartenden Belastungen standhalten kann.
  • Tragwerk: Mit Tragwerk wird die Gesamtheit aller Elemente eines Gebäudes bezeichnet, die zur Standsicherheit beitragen.
  • Windlast: Die Windlast ist die Kraft, die durch den Wind auf ein konkretes Gebäude einwirkt. Die zu erwartenden Windstärken sind in unterschiedlichen Regionen unterschiedlich hoch, weshalb der Standort des Carports in die Berechnung mit einbezogen werden muss.
  • Schneelast: Unter Schneelast wird die Last verstanden, die Schneemengen auf eine Konstruktion ausüben. Wichtig: Die zu erwartende Schneemengen sind regional unterschiedlich hoch sind, weshalb auch in diesem Punkt der Aufstellungsstandort berücksichtigt werden muss.
  • Eigengewicht: Beim Eigengewicht geht es insbesondere um das Gewicht des Daches, das durch die Unterkonstruktion getragen werden muss. Dieses ist insbesondere von der Größe sowie dem Material des Carports anhängig.
  • Dreieck vor Rechteck: Damit ist eine Faustregel zur Haltbarkeit von Konstruktionen gemeint, die komplett lautet: Dreieck steht – Rechteck vergeht. Das bedeutet, dass die Konstruktion eines Carports durch diagonale Verstrebungen der an sich rechteckigen Konstruktion versteift werden muss.
Carport: Die stärksten Herausforderer: Sturm und Schnee
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Carport Statik: Welche Möglichkeiten gibt es, die Statik zu berechnen beziehungsweise berechnen zu lassen?

Für die Berechnung der Statik eines Carports gibt es drei unterschiedliche Berechnungsmethoden:

  • Die zeichnerische Methode
  • Die rechnerische Methode
  • Die experimentelle Methode

In allen Fällen sind die zugrundeliegenden Berechnungen sehr komplex und umfangreich, da viele unterschiedliche Aspekte mit einberechnet werden müssen. Zudem nutzen Profis moderne Software, die bei den Berechnungen eingesetzt werden.

Theoretisch kann eine Carport Statik Berechnung selbst durchgeführt werden. Allerdings dürfte schon fraglich sein, ob diese beim Bauamt angenommen wird. Alternativ gibt es die Möglichkeit, Online-Rechner für die Carport Statik Berechnung zu nutzen. Am sinnvollsten, wenn auch am kostenaufwändigsten, ist die Berechnung durch einen Architekten oder Statiker durchführen zu lassen. Diese haben außerdem meist gute Kontakte zum örtlichen Bauamt und können auch beim Bauantrag unterstützen.

Fazit

Einen Carport ohne Statik-Berechnung zu errichten, ist nie sinnvoll und oftmals auch unzulässig. Ob eine Carport Statik rechtlich erforderlich ist, ist in dem jeweiligen Landesbaurecht geregelt. Die Carport Berechnung ist sehr aufwändig, da neben Größe, Material und Konstruktionsweise auch regionale Begebenheiten wie die zu erwartenden Windstärken und Schneemengen einbezogen werden müssen.

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