Das Wichtigste in Kürze
- Holz ist leicht zu verarbeiten und braucht konstruktiven Holzschutz; Buche ist im Freien nicht dauerhaft, geeignetes Eichen- und Robinienkernholz deutlich dauerhafter.
- Aluminium ist leicht und wartungsarm; in Straßennähe sollten Sie salzhaltiges Spritzwasser abspülen.
- Stahl bleibt mit intaktem Korrosionsschutz robust; eine Typenstatik gilt nur für die darin angesetzten Schnee- und Windlasten.
Das Carport Konstruktionsmaterial: Tragkraft für Dauerhaftigkeit
Standfestigkeit und Stabilität sind bei jeder Konstruktion zentrale Herausforderungen, die gewährleistet sein müssen. Bei einem Carport sind die auftretenden Kräfte trotz der einfachen Konstruktion nicht zu unterschätzen, und es macht einen Unterschied, ob das Dach mit einer leichten Bitumendachbahn oder schweren Betondachsteinen belegt ist.

Garagen-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Garage konfigurieren und Angebote erhalten!
Mit den drei Konstruktionsmaterialien
- Holz
- Aluminium
- Stahl
lässt sich die Konstruktion auf die jeweiligen Aufgaben anpassen. Jedes dieser Materialien bringt dabei seine eigenen spezifischen Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile mit sich. Eigenschaften und Kostenunterschiede der Materialien vergleicht der Ratgeber Carport Materialvergleich.
Unabhängig vom Material muss der Carport die Schnee- und Windlasten an seinem Standort tragen. Bausätze bringen dafür häufig eine Typenstatik mit, die nur für die darin angesetzten Lasten gilt; schwerere Dacheindeckungen, Seitenwände, Begrünung oder Solarmodule verändern die Lasten. Mehr dazu im Ratgeber Carport Statik.
Vor dem Kauf: Was das Angebot zum Material verraten sollte

Holz: Natürliches Material mit Charme und Tragkraft
Wohl kaum ein zweites Material versprüht so viel Charme wie Holz. Es ist warm, ansprechend und wird von den meisten Menschen als schön empfunden. Hinzu kommt, dass es sich leicht verarbeiten lässt und eine hohe Tragkraft besitzt. Beeindruckend unter Beweis gestellt hat es diese konstruktive Stärke unter anderem als Stützmaterial in den Stollen von Bergwerken. Verglichen mit dieser Aufgabe sind die Anforderungen, die ein Carport an das natürliche Material stellt, geringer. Bei all diesen Vorteilen ist es kaum verwunderlich, dass viele Carports aus Holz errichtet werden.

Für den tragenden Unterbau des Carports eignen sich verschiedene Holzarten. Für Konstruktionszwecke ist Nadelholz wie Fichte und Tanne am verbreitetsten. Für tragende Teile kommen häufig Konstruktionsvollholz (KVH) oder Brettschichtholz zum Einsatz. Das hat mehrere Gründe:
- Nadelholz ist in der Regel günstiger als Laubholz
- Nadelholz ist meist leichter als Laubholz, hat aber eine hohe konstruktive Festigkeit
Neben Nadelholz können allerdings ebenso Laubhölzer wie Eiche oder Robinie zum Bau von Carports verwendet werden. Den Nachteil eines höheren Preises gleichen sie durch eine größere Robustheit gegenüber Witterungseinflüssen aus. Das gilt aber nicht für jedes Laubholz: Buche etwa gilt im Freien als nicht dauerhaft. Dauerhaft ist bei Eiche und Robinie zudem nur das Kernholz, nicht der Splint.

Die im Vergleich zu korrosionsgeschütztem Stahl und zu Aluminium geringe Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit ist der größte Nachteil, den Holz aufweist. Holz ist ein natürliches, nachwachsendes Material, das bei anhaltender Feuchte ohne geeigneten Schutz verrotten kann. In der Natur ist diese Eigenschaft mit der Rückfuhr der enthaltenen Nährstoffe verbunden und somit positiv. Bei der baulichen Nutzung ist sie negativ. Holz verlangt nach Holzschutz. Dieser kann
- konstruktiv oder
- chemisch
erfolgen. Konstruktiver Holzschutz soll verhindern, dass Feuchtigkeit an empfindlichen Stellen stehen bleibt: Wasser soll rasch ablaufen und das Holz wieder abtrocknen können. Dies wird beispielsweise durch Dachüberstände erreicht. Ebenso zählen Bodenanker, die den Kontakt des Holzes mit dem feuchten Erdreich verhindern, zum konstruktiven Holzschutz. Er hat Vorrang vor chemischem Holzschutz.
An chemischem Holzschutz stehen Holzschutzmittel mit bioziden Wirkstoffen zur Verfügung. Lasuren und Anstriche schützen vor allem die Oberfläche vor Witterung. Darüber hinaus sind Nadelhölzer, die für den Einsatz im Außenbereich vorgesehen sind, häufig schon ab Werk mit einer so genannten Kesseldruckimprägnierung versehen; Schnittkanten und Bohrlöcher sollten nachbehandelt werden. Durch Anstriche lässt sich Holz auch in seiner Farbgestaltung dem Gusto der Bauherren anpassen.

Die Vor- und Nachteile von Holz im Überblick

Vorteile
- Hohe ästhetische Qualität
- Hohe konstruktive Festigkeit
- Leichte Verarbeitung
Nachteile
- Mangelnde Dauerhaftigkeit ohne entsprechende Schutzmaßnahmen
- Pflegeaufwand abhängig von Holzart, Bewitterung und Beschichtung

Das Wichtigste in Kürze Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie sind die üblichen Carport-Hölzer; von Natur aus sind sie nur… weiterlesen
Aluminium: Modern und dauerhaft für exklusive Carports
Neben Holz hat sich Aluminium fest unter den Konstruktionsmaterialien für Carports etabliert. Das Leichtmetall hat eine sehr hohe konstruktive Stabilität bei vergleichsweise geringem Gewicht. Das silbrige Aussehen wird als sehr ansprechend und modern empfunden. Somit lassen sich aus Aluminium auch sehr moderne Carport-Formen fertigen. Durch Einbrennlackierungen ist es zudem möglich, das Metall in nahezu jeder Farbgebung einzufärben. Somit sind der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt.
Aluminium ist weitgehend beständig gegenüber Feuchtigkeit und daher wartungsarm. Lediglich die Reinigung ist in regelmäßigen Abständen notwendig, in Straßennähe auch, um salzhaltiges Spritzwasser abzuspülen, das die schützende Oxidschicht angreifen kann.

Die hohen Anforderungen bei der Verarbeitung sind hingegen ein Nachteil von Aluminium. Für einen Laien ist es praktisch unmöglich, das Metall flexibel anzupassen. Aluminium-Carports werden aus diesem Grund vorwiegend als Bausatz angeboten. Flexibel angepasste Carports aus Aluminium sind hingegen Sache eines darauf spezialisierten Fachbetriebs.

In Punkto Optik ist noch zu erwähnen, dass das Metall zwar sehr dauerhaft ist, in unbehandelter Form allerdings bereits nach einem relativ kurzen Zeitraum eine natürliche Patina ansetzt. Diese Oxidschicht schützt das Metall weitgehend vor weiterer Korrosion, wird von vielen allerdings als optisch unschön empfunden.
Kurz gefragt
Welche Frage möchten Sie bei Ihrer Carport-Planung zuerst klären?
Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.
Die Vor- und Nachteile von Aluminium im Überblick

Vorteile
- Hohe konstruktive Festigkeit bei vergleichsweise geringem Gewicht
- Moderne und ästhetische Optik
- Durch Einbrennlackierungen in nahezu jeder Farbe erhältlich
- Weitgehend witterungsbeständig
- Geringer Pflegeaufwand
Nachteile
- Relativ unflexibel in der Verarbeitung
- Unbehandeltes Aluminium bildet eine Patina
Stahl: Ein Material für Jahrzehnte – und darüber hinaus
Besonders robust und dauerhaft ist ein Carport aus Stahl. Für den Bau einer solchen Konstruktion werden vor allem zwei Varianten verwendet:
- Edelstahl
- verzinkter Stahl
Edelstahl behält dauerhaft sein metallisches Aussehen und rostet bei einer zum Standort passenden Sorte nicht; an Straßen mit Streusalz sollte er regelmäßig gereinigt werden. Er ist sehr beständig gegenüber Witterung und ermöglicht eine sehr moderne Gestaltung. Preislich ist Edelstahl allerdings sehr teuer.

Verzinkter Stahl ist durch eine Zinkschicht vor Korrosion geschützt. Er lässt sich lackieren und damit farblich genau den Wünschen der Bauherren anpassen. An Schadstellen der Verzinkung kann der Stahl anfangen zu rosten.
Eine Stahlkonstruktion hat ein vergleichsweise hohes Gewicht. Dieses muss bei der Vorbereitung des Untergrundes und des Fundaments berücksichtigt werden. Für die Bemessung zählen außerdem Baugrund, Schnee- und Windlasten sowie die Verankerung gegen Abheben. Hinzu kommt, wie bei Aluminium, dass eine Verarbeitung von Stahl für Laien nahezu unmöglich ist. Eine individuell gefertigte Stahlkonstruktion ist bei Carports somit eine Sache für den Fachbetrieb; daneben gibt es Bausätze mit verzinkten Stahlstützen. Einmal errichtet überzeugt ein Carport aus Stahl dann allerdings durch seine Robustheit, Dauerhaftigkeit und einen geringen Pflegeaufwand.
Die Vor- und Nachteile von Stahl im Überblick

Vorteile
- Hohe konstruktive Festigkeit
- Robust und mit intaktem Korrosionsschutz auf lange Sicht witterungsbeständig
- Durch Lackierungen gut farblich gestaltbar
- Geringer Pflegeaufwand
Nachteile
- Hohes Gewicht
- Individuelle Konstruktionen nur durch Fachleute
Das Wichtigste in Kürze Holz lässt sich gut bearbeiten; bewitterte Stützenfüße brauchen Spritzschutz – bewährt sind rund 30 Zentimeter über… weiterlesen




