Das Wichtigste in Kürze
- Das Tragwerk aus Pfosten, Pfetten und Aussteifung muss Dach, Schnee und Wind dauerhaft tragen.
- Schnee- und Windlastangaben gelten für das jeweilige Modell; prüfen Sie dessen statische Unterlagen auf die Eignung am Standort.
- Kopfbänder und Windrispenbänder steifen die Konstruktion aus, damit sie sich nicht verschiebt.
- Frei geplante Carports brauchen eine eigene Berechnung, einschließlich Pfostenankern und Fundamenten.
Das Carport Tragwerk: Die Grundlage für ausreichende Statik
Das Tragwerk ist der zentrale Bestandteil des gesamten Carports. Es muss so ausgeführt werden, dass es die Bedachung tragen kann und Wind- und Schneelasten sowie weiteren Belastungen der Dachfläche dauerhaft standhält. Um dies zu gewährleisten, muss das Tragwerk drei zentrale Punkte erfüllen:
- die tragenden Pfosten müssen die ausreichende Dicke und Stabilität aufweisen
- das Material muss die statischen Anforderungen erfüllen können
- die Konstruktion muss ausreichend ausgesteift sein
Wie das Tragwerk die Lasten in den Boden leitet
1Von oben nach unten
2Gegen Wind
Dach, Stützen, Anschlüsse und Fundamente müssen gemeinsam für die jeweils maßgebenden Lastfälle bemessen sein: Ein starkes Dach nützt nichts auf zu schwachen Fundamenten.

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Ausreichende Stabilität der tragenden Pfosten
Für Carport-Bausätze können Hersteller eine Typenstatik oder andere statische Unterlagen zum konkreten Modell bereitstellen. Ob der Bausatz am Standort geeignet ist, prüfen Sie anhand dieser Unterlagen und der Vorgaben zu Schnee, Wind, Dach, Verankerung und Fundamenten. Herstellerangaben wie 75 kg/m² für den Karibu Classic 2 mit PVC-Dach oder 150 kg/m² für einen Scheerer-Carport der Serie Variant sind Beispiele für bestimmte Ausführungen, keine allgemeine Standortfreigabe.
Bei einem frei errichteten Carport muss die entsprechende Planung die ausreichende Statik sicherstellen. Bei der Planung eines individuell errichteten Carports sollte daher immer ein Fachmann zu Rate gezogen werden, der die notwendigen Berechnungen durchführt und die nötige Dicke der tragenden Pfosten des Carports festlegt. Dazu gehören auch die Pfostenanker und Fundamente, über die das Tragwerk die Lasten in den Boden leitet.

Von rustikal bis schlank – je nach Material
Alle klassischen Carport Materialien können die statischen Anforderungen erfüllen:
- Holz
- Aluminium
- Stahl

Wie schlank die Stützen ausfallen können, hängt von Konstruktion, Spannweite und Lasten ab – nicht allein vom Material. Deshalb lassen sich die Pfostenmaße verschiedener Holz-, Aluminium- und Stahlcarports nicht als allgemeine Vorgabe für die Materialwahl vergleichen. Wer ein eher klassisches und rustikales Erscheinungsbild seines Carports erzielen will, kann dies mit Holz sehr gut erreichen. Wer eine sehr filigrane Konstruktion bevorzugt, sollte bei der Materialwahl auf Aluminium oder Stahl setzen.
Holz, Stahl oder Aluminium: was Hersteller angeben
| Material | Pfosten konkreter Modelle – kein Materialvergleich | Nachträglich ändern |
|---|---|---|
| Holz | 11 × 11 bis 12 × 12 cm (Scheerer, Karibu, Skan Holz) | Rückwand oder Abstellraum kann weitere Fundamente erfordern (Skan Holz) |
| Stahlstützen (Joda; kein reiner Stahlcarport) | 10 × 10 cm, feuerverzinkt (Joda) | Geräteraum beim Modell Freiburg laut Produktseite nicht nachrüstbar; Wandelemente modellabhängig (Joda) |
| Aluminium | z. B. 160 × 100 mm (Ximax Portoforte) | Keine Wände für einen geschlossenen Raum anbauen (Ximax) |


Die richtige Aussteifung für stabile Konstruktionen
Beim Tragwerk eines Carports sorgt erst die Aussteifung dafür, dass die Konstruktion stabil ist und den Belastungen des Eigengewichts sowie durch Witterung dauerhaft standhalten kann. Würden bei einem Carport aus Holz einfach nur die stützenden Pfosten installiert und das Dach darauf befestigt, wäre die Konstruktion insgesamt sehr instabil und würde in sich stark arbeiten. Dach und Stützen würden einander verschieben, bis schließlich der Zusammenbruch droht.
Dies wird durch Querverstrebungen verhindert, die abgeschrägt vom Dach zu den tragenden Balken führen. Hersteller nennen sie Kopfbänder; zusätzlich steifen diagonal auf die Sparren geschraubte Metallbänder, sogenannte Windrispenbänder, die Dachfläche aus. Durch die Aussteifung wird das Arbeiten der Konstruktion reduziert und eine hohe Stabilität erreicht. Je nach Konstruktion können die Querverstrebungen zur Aussteifung größer oder kleiner ausgeführt und auch ins Design mit einbezogen werden. Auch Metallcarports benötigen eine statisch nachgewiesene Aussteifung; je nach System kann sie ohne auffällige Kopfbänder auskommen.
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