Das Wichtigste in Kürze
- Das Tor ist oft ein Angriffspunkt; ob Nachrüstung oder Austausch sinnvoller ist, hängt von Torblatt, Verriegelung und verfügbaren Nachrüstsätzen ab.
- Für neue Tore empfiehlt die Polizei eine geprüfte Einbruchhemmung nach DIN/TS 18194, mindestens Widerstandsklasse RC 2.
- Fenster, Nebentür und die Verbindungstür zum Haus gehören ebenfalls zum Schutz; Alarmanlage und Bewegungslicht ergänzen ihn.
Einbruchschutz für die Garage nachrüsten
Ein guter Einbruchschutz für die Garage ist heute unverzichtbar. Dies gilt vor allem dann, wenn in der Garage nicht nur das Auto steht, sondern auch Fahrräder oder hochwertige Geräte untergebracht sind. Neue Garagen lassen sich von Anfang an mit einem guten Einbruchschutz planen, bei Bestandsgaragen kann der Einbruchschutz unter bestimmten Bedingungen nachgerüstet werden.

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Maßnahmen zum Einbruchschutz
Eine typische Schwachstelle jeder Garage ist das Tor, auch vorhandene Fenster können Einbrechern als Zugang dienen. Soll eine bestehende Garage einbruchsicher gemacht werden, ist das Garagentor der wichtigste Ansatzpunkt. Da sich alte Garagentore häufig nur schwer nachträglich sichern lassen, ist der Einbau eines neuen Tores in den meisten Fällen empfehlenswert.
Automatisch betriebene Tore besitzen häufig eine Torverriegelung in der Antriebsschiene. Wird das Tor geschlossen, wird es dabei automatisch gesichert und das Tor kann durch eine Aufschiebeverriegelung nicht einfach geöffnet werden. Ein Antrieb allein macht ein Tor aber nicht einbruchhemmend; entscheidend sind die geprüfte Gesamtkonstruktion und eine passende Verriegelung. Wird ein automatisches Tor nachgerüstet, sollte die Sicherung auch bei Stromausfall wirken – mechanischen Verriegelungssystemen wie einer Schnäpperverriegelung, bei der eine Scheibe einen Massivstahlbolzen umschließt, ist deshalb der Vorzug zu geben. Die Aufschiebesicherung von Hörmann-Antrieben etwa rastet rein mechanisch ein und wirkt deshalb auch ohne Strom.
Vorhandene Tore nachrüsten – meist gar nicht so einfach

Ältere Garagentore sind meist nur mit einem einfachen Zylinderschloss gesichert, das sich leicht aufbrechen lässt. Um ein vorhandenes Schwingtor einbruchsicher zu machen, ist ein hoher Aufwand nötig, da Sicherheitszubehör wie versenkt eingebaute und kopiergeschützte Schlosszylinder und aufhebelsichere Beschläge ergänzt werden müssen.

Eine von der Polizei empfohlene Möglichkeit, ein vorhandenes Tor nachträglich zu sichern, besteht durch den Anbau von Garagen-Stangenschlössern, die über einen Profilzylinder geöffnet und verschlossen werden. Dazu werden in die seitliche Leibung zwei Stangen tief eingesetzt. Bei einflügeligen Toren erfolgt die Montage waagrecht, bei zweiflügeligen Toren senkrecht.
Nachrüsten oder neues Tor?
Welche Lösung passt, hängt vor allem von Zustand und Bauart des Tors ab.
WennDas Tor ist stabil, läuft gut und hat einen festen Rahmen
Dann Gezielt nachrüsten
Stangenschlösser in der Leibung, ein versenkter, kopiergeschützter Schließzylinder und aufhebelsichere Beschläge erhöhen den Widerstand.
WennDas Tor ist alt, dünn beplankt oder verzogen
Dann Neues Tor prüfen
Bei schwachem oder verzogenem Torblatt kann ein Austausch sinnvoller sein; vergleichen Sie Angebote samt Montage. Für geeignete Modelle gibt es auch geprüfte Nachrüstsätze.
WennEin Antrieb soll ohnehin nachgerüstet werden
Dann Auf mechanische Verriegelung achten
Wählen Sie eine zum Antrieb passende Aufschiebesicherung. Ein separates Zusatzschloss darf das motorisch bewegte Tor nicht blockieren.
WennDie Garage ist direkt mit dem Haus verbunden
Dann Verbindungstür mitdenken
Prüfen Sie die Brandschutzanforderungen Ihres Bundeslandes. Bestehende Brandschutztüren nicht eigenmächtig verändern; bei Austausch ein geeignetes einbruchhemmendes Türelement wählen.
Sicherheitsvorkehrungen am Garagentor
Wird ein neues Garagentor eingebaut, sollte dieses über verschiedene Sicherheitsvorkehrungen verfügen. Die meisten schützen vor Unfällen im Betrieb, gegen Einbruch hilft vor allem der Aufschiebeschutz. Dazu gehören zum Beispiel
- Abdeckung für Laufschienen, Zugfederkästen und Laufrollen
- Federbruchsicherung
- Aufschiebeschutz
- Hinderniserkennung
- Fingerklemmschutz
Auch ein Schloss mit einbruchgeschütztem Schließzylinder gehört zum sicheren Garagentor. Um das gesamte Potential auszuschöpfen, das moderne Tore bieten, sollte der Einbau durch einen Fachbetrieb erfolgen.
Wer ein neues Tor kauft, kann auf eine geprüfte Einbruchhemmung achten: Die Polizei-Initiative K-EINBRUCH empfiehlt Garagentore nach DIN/TS 18194 mindestens in der Widerstandsklasse RC 2. Solche Tore bieten mehrere Hersteller an, etwa Hörmann und Novoferm. Bei Schwingtoren sorgt eine stabile Stangenverriegelung für den Schutz, bei nachgerüsteten Toren bleibt oft die Beplankung die Schwachstelle.
Das Wichtigste in Kürze Maßgeblich für einbruchhemmende Garagentore ist heute die DIN/TS 18194; die Polizei empfiehlt mindestens die Widerstandsklasse RC… weiterlesen
Garagenfenster und -türen sichern
Der einfachste Einbruchschutz für ein Garagenfenster ist eine Vergitterung, die allerdings optisch oft wenig ansprechend ist. Alternativ können Zusatzriegel, Scharniersicherungen und abschließbare Griffe am Fenster vorgesehen werden, was allerdings noch nicht vor dem Einschlagen der Scheibe schützt. Hier kann eine Einbruchschutzfolie ein zusätzliches Hindernis für Einbrecher darstellen, ersetzt aber keine geprüfte Sicherheitsverglasung.

Einen weiteren Schwachpunkt stellt die Garagentür dar. Die Sicherheitsstandards sollten denen der Haustür entsprechen. Widerstandsfähige Türschlösser oder die Wahl einer hochwertigen Sicherheitstür mit speziellen Beschlägen und einbruchsicheren Aufbauten können hier einen guten Schutz bieten.
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Bei einer Tür von der Garage ins Wohnhaus sind die Brandschutzvorgaben des jeweiligen Bundeslandes zu beachten. Eine vorhandene Brandschutztür sollten Sie nicht eigenmächtig verändern; geeignete Multifunktionstüren können beim Austausch Brandschutz und Einbruchhemmung verbinden. Mehr dazu im Ratgeber Einbruchschutz bei angebauten Garagen.

Alarmanlage und Bewegungsmelder
Wer sich nicht allein auf den Einbruchschutz an Garagentor, Garagenfenster und Garagentür verlassen will, setzt zusätzlich eine Alarmanlage ein, die an den Öffnungen montiert wird und im Falle eines Einbruchs anschlägt. Für die Nachrüstung empfehlen sich funkbetriebene Anlagen; achten Sie dabei auf verschlüsselte Funkübertragung und Schutz gegen Funkstörungen. Auch Bewegungsmelder, die anspringen, wenn sich jemand nachts im Bereich der Garage bewegt, können den Einbruchschutz dadurch erhöhen, dass Einbrecher durch das Licht vertrieben werden.
Kosten für die Nachrüstung
Wird der Einbruchschutz beim Neubau einer Garage mit eingeplant, fallen vor allem die Mehrkosten für ein geprüftes einbruchhemmendes Tor an. Anders sieht die Preislage bei einer Nachrüstung aus. Pauschalpreise gibt es hier nicht, nur Spannen für einzelne Maßnahmen, da sich die erforderlichen Maßnahmen und damit auch die Kosten nach dem Ist-Zustand der Garage sowie des Garagentors und weiterer Öffnungen richtet.
Nachrüsten: Kosten und Mindestklasse
Einen Zuschuss der KfW für Einbruchschutz gibt es derzeit nicht; die KfW verweist auf einen Förderkredit, der nicht für jede Garage infrage kommt. Kommt es trotz aller Vorsorge zum Einbruch, zahlt je nach Vertrag die Hausratversicherung für gestohlene Gegenstände aus einer verschlossenen Garage in der Nähe der Wohnung; das Auto selbst gehört nicht zum Hausrat. Einzelheiten erklärt der Ratgeber Hausratversicherung.
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