Das Wichtigste in Kürze
- Für abgedichtete Flachdächer sind 2 Prozent Plangefälle üblich; Beton-Dachwannen können ohne Gefälle sein, Blechdächer brauchen die Herstellerneigung.
- Bei Betonfertiggaragen ist der innenliegende Ablauf üblich; der Fachverband empfiehlt eine halbjährliche Wartung mit Reinigung des Ablaufs.
- Wohin das Regenwasser darf, regeln Land und Gemeinde.
Regenschutz und Entwässerung für die Fertiggarage
Eine der wichtigsten Funktionen jeder Garage ist es, das Fahrzeug trocken zu halten. Damit auch eine Fertiggarage lange dicht bleibt und die Bausubstanz nicht durch Feuchtigkeit geschädigt wird, sollten Regenschutz, bzw. Entwässerung nicht vernachlässigt werden. Je nach Konstruktion der Garage wird das Regenwasser über eine Dachrinne oder über eine innenliegende Entwässerung abgeleitet; bei Betonfertiggaragen ist ein Dachablauf mit innenliegendem Fallrohr der Regelfall.
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Wohin mit dem Regenwasser?
Die Ausgangslage entscheidet, welche Entwässerung passt:
WennDas Wasser soll den Garten bewässern
Dann Regentonne mit Überlauf
Rinne und Fallrohr speisen die Tonne; für eine volle Tonne braucht es einen geplanten Überlaufweg.
WennDas Wasser soll auf dem Grundstück versickern
Dann Vorgaben prüfen
Boden, Platz und die Regeln von Land und Gemeinde klären; manche Versickerung braucht eine Erlaubnis.
WennEin Anschluss an den Kanal ist geplant
Dann Gemeinde fragen
Klären, ob eingeleitet werden darf; für angeschlossene Dachflächen fällt oft eine Gebühr an.
WennDie Garage steht an der Grenze oder am Haus
Dann Kein Abwurf zum Nachbarn
Tropfkante und Fallrohr so planen, dass kein Wasser auf das Nachbargrundstück oder ans Haus läuft.
WennDie Betongarage hat einen innenliegenden Ablauf
Dann Wartung einplanen
Ablauf halbjährlich reinigen und klären, wie die Dachwanne bei verstopftem Ablauf entwässert.
Gefälle je nach Dachbauart einplanen

Die meisten Flachdachgaragen erhalten ein Gefälle in Richtung der Entwässerung, damit auf der Dachfläche keine größeren Wasserpfützen stehen bleiben. Abgedichtete Flachdächer werden nach Norm und Flachdachrichtlinie mit einem Plangefälle von 2 Prozent geplant, das ist gut 1 Grad; kleine Pfützen lassen sich bis etwa 5 Prozent Neigung kaum ganz vermeiden. Betonfertiggaragen haben oft eine Dachwanne mit geringem oder ohne Gefälle.
Besteht die Dacheindeckung aus Stahltrapezen oder Sandwichplatten, ist dagegen mehr Neigung nötig: je nach Profil und Hersteller beispielsweise mindestens 3 Grad; bei Querstößen gelten zusätzliche Vorgaben zu Neigung, Überdeckung und Abdichtung. Maßgeblich ist die Montageanleitung des jeweiligen Produkts. Bei regelmäßigen Pfützen braucht das Dach mehr Pflege; ist die Abdichtung beschädigt, hilft der Ratgeber Garagendach abdichten.
Das Gefälle einer Flachdachgarage ist meist nach hinten geneigt, oft zu einer hinteren Ecke, damit die Torseite frei bleibt. Lässt sich dies aus planerischen Gründen nicht realisieren – zum Beispiel, weil die Garage mit der Rückseite an ein Gebäude angesetzt wird – kann auch ein seitliches Gefälle gewählt werden. Bei Garagen mit Satteldach ist für beide Traufseiten zu planen, wohin das ablaufende Wasser gelangt.

Fertiggarage ohne Regenrinne?
Bei Garagen mit frei entwässerndem Flachdach kann statt einer Regenrinne eine Tropfkante vorgesehen werden. Das Niederschlagswasser läuft in diesem Fall in Richtung des Gefälles ab und wird über sogenannte Tropfkanten vom Gebäude weggeführt. Bei dieser Variante kann ein Kiesstreifen entlang der Traufe Spritzwasser mindern. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Wasser dort versickern kann oder auf einem zulässigen Weg abgeleitet werden muss. Diese Lösung eignet sich allenfalls, wenn die Garage weit genug von Haus und Grundstücksgrenze entfernt steht. In Nordrhein-Westfalen etwa verlangt das Nachbarrecht, dass Niederschlagwasser nicht auf das Nachbargrundstück tropft; andere Länder haben eigene Regeln.
Einfach montiert und effektiv – Die Regenrinne
Bei frei entwässernden Dachkanten ist eine Regenrinne meist einer bloßen Tropfkante vorzuziehen, da das Regenwasser dann kontrolliert über ein Fallrohr abgeführt werden kann – zum Beispiel in eine Regentonne für die Gartenbewässerung oder über den direkten Anschluss an das Entwässerungssystem. Ob Niederschlagswasser versickert oder in den Kanal geleitet werden darf, regeln Land und Gemeinde; für angeschlossene Dachflächen erheben viele Gemeinden eine Niederschlagswassergebühr. Die Regenrinne wird an der Traufseite des Daches montiert und nimmt die auftretenden Niederschläge sicher auf.
Beispiel: Eine Regentonne braucht einen Überlauf
Eine Fertiggarage mit 3 × 6 m Dachfläche entwässert über Rinne und Fallrohr in eine Regentonne. An einem Tag fallen 10 Millimeter Regen.
- Dachfläche
- 18 m²
- Rechnerischer Dachniederschlag bei 10 mm Regen
- 18 m² × 10 Liter je m² = 180 Liter
- Regentonne
- nimmt nur auf, was noch frei ist
- Rest
- braucht einen geplanten, zulässigen Abflussweg Überlauf
Ergebnis: Den Überlauf gleich mit Rinne und Fallrohr planen, nicht erst, wenn die Tonne voll ist. Für die Bemessung von Rinne oder Notentwässerung eignet sich das Beispiel nicht.

Innenliegende Entwässerung – Standard bei Betongaragen
Bei Betonfertiggaragen ist die innenliegende Entwässerung der Regelfall: Das Wasser läuft über einen Dachablauf und ein Fallrohr aus Kunststoff bis unter den Garagenboden. Sie birgt aber einige Risiken. Ein verstopfter Dachablauf kann zu Wasseranstau auf der Dachwanne führen; bei undichter Abdichtung oder undichten Anschlüssen kann dann Feuchtigkeit in die Garage eindringen. Wird der Durchbruch durchs Dach, durch den das Fallrohr geführt wird, nicht sorgfältig abgedichtet, besteht hier eine Schwachstelle, durch die Wasser eindringen kann. Hinzu kommt, dass Schäden an der Entwässerung meist deutlich aufwändiger zu beheben sind als bei einer außenliegenden Konstruktion.
Kurz gefragt
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Wichtig ist deshalb eine halbjährliche Wartung mit Reinigung des Dachablaufs, wie sie die Fachvereinigung Betonfertiggaragen empfiehlt. Einen zusätzlichen Notüberlauf hält die Fachvereinigung wegen der kleinen Dachfläche und der Tragfähigkeit der Betonwanne nicht für erforderlich; bei leichten Flachdächern, etwa von Stahlgaragen mit Attika, fordert die DIN 1986-100 dagegen an jedem Tiefpunkt eine Notentwässerung. Lassen Sie sich beim Kauf erklären, wie das Dach bei verstopftem Ablauf entwässert.
Drei Wege vom Dach im Vergleich
| Tropfkante ohne Rinne | Außenliegende Rinne | Innenliegender Ablauf | |
|---|---|---|---|
| Wasserführung | tropft entlang der Dachkante ab | Rinne und Fallrohr leiten gezielt ab | Ablauf und Fallrohr durch die Garage |
| Nahe Haus oder Grenze | kaum geeignet | Fallrohr gezielt planbar | kein außenliegendes Fallrohr nötig |
| Wartung | Kiesbett frei halten | Rinne und Fallrohr reinigen | Ablauf halbjährlich reinigen |
| Störfall | Spritzwasser an der Wand | Rinne läuft über | Rückstau bei Verstopfung, deshalb Ablauf warten |

Entwässerung bei Doppel- und Reihengaragen
Stehen mehrere Garagen direkt nebeneinander, kann die Entwässerung gesammelt über einen – oder bei Reihengaragen über mehrere Fallrohre erfolgen. Die Montage der Regenrinne ist mit und ohne Gefälle zum Fallrohr möglich; Montageanleitungen nennen häufig 2 bis 3 mm pro Meter. Bis zu dieser rechnerischen 3-mm/m-Grenze gilt eine Rinne nach DIN EN 12056-3 noch als gefällelos. Regelmäßig reinigen muss man sie trotzdem.
Läuft trotz Rinne Wasser in die Garage, liegt die Ursache oft woanders, etwa an der Zufahrt, am Tor oder an der Fuge zwischen Wand und Fundament. Welche Wasserwege es gibt und wie man sie schließt, zeigt der Ratgeber Garage abdichten.

Das Wichtigste in Kürze Feuchte gelangt durch nasse Fahrzeuge, Kondensat oder undichte Bauteile in die Garage; die Ursache bestimmt die… weiterlesen




